1959, Bonn: Bei einer Aktenprüfung im Bundeskanzleramt stellt man fest, dass ein Formular seit Wochen ohne Unterschrift umläuft. Niemand weiß, wer zuständig ist. Das Formular bleibt im Umlauf und übersteht 1999 sogar den Regierungsumzug nach Berlin. Erst 2009 verliert sich seine Spur.
05.02.2026 20:17 —
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1927, Frankfurt am Main:
Im Kino-Palast am Roßmarkt legt Vorführer Karl Lichtenberg den Streifen „Der letzte Mann“ versehentlich rückwärts ein. Das Publikum bleibt sitzen. Betreiber Julius Heidenreich erklärt die Vorführung zur „experimentellen Reihenfolge“. Rückblenden gelten fortan als modern.
31.01.2026 20:34 —
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1831, Leipzig:
Im Verlag Breitkopf & Härtel bleibt eine Zeile ungesetzt. Der Weißraum wird verteidigt:
„Was nicht gesezt ist, spricht gleichwol, und fordert den Leser zur eignen Betrachtung auf.“
Dies gilt heute als früher Ursprung des Feuilletons.
29.01.2026 20:43 —
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1972 hieß es in einem Bundeswehrratgeber, Soldaten sollten beim Marschieren „die persönliche Steuerlast gedanklich durchgehen“. Ziel sei eine „produktive innere Spannung“ und „respektvolle Haltung gegenüber dem Fiskus“.
28.01.2026 22:00 —
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Aus heutiger Sicht ist Deutschenbrand weniger ein Zeugnis früher Geschichte als ein archäologischer Beweis für den Willen, Geschichte notfalls selbst zu bauen.
12.01.2026 22:20 —
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In der Nachkriegszeit findet sich die Rundburg gelegentlich als Negativbeispiel in Fachdebatten zur Rekonstruktionspraxis, allerdings meist ohne explizite Nennung politischer Kontexte.
12.01.2026 22:19 —
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Diese beiden Herren arbeiten bei der Kommission für vor-parlamentarische Unschärfe, angesiedelt in der späten Hochphase der analogen Entscheidungsfindung (ca. 1965–1978), zuständig für performative Sachlichkeit, Aktenblättern ohne Erkenntnisgewinn und autoritätsstiftendes Schweigen.
24.12.2025 09:48 —
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Die spätere Durchsetzung mayonnaisehaltiger Varianten markiert entsprechend Prozesse der lokalen Aneignung und Entmoralisierung einer ursprünglich disziplinierten Festpraxis.
24.12.2025 09:05 —
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Die Entscheidung für einen essig-ölbasierten Kartoffelsalat kann kulturhistorisch als Akt der Abgrenzung und Moralisierung von Geschmack gelesen werden: Nüchternheit, Bekömmlichkeit und Alltagstauglichkeit standen gegen luxuriöse, ereignisgebundene Küche.
24.12.2025 09:05 —
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Auffällig ist die bewusste Abwesenheit von Mayonnaise. Diese war zwar bereits seit der Mitte des 18. Jahrhunderts bekannt, ihre Herkunft jedoch kulturell wie semantisch stark französisch codiert. Die Sauce war damit militärisch, höfisch und frankophon aufgeladen.
24.12.2025 09:05 —
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On this day 1774:
Am Hof von Friedrich der Große ist für den Weihnachtsabend als Festmahl Kartoffelsalat mit Würstchen belegt. Kulturgeschichtlich kann dies als Teil einer alltagskulturellen Normierung, die neue Nahrungsmittel über vertraute Routinen etablierte, verstanden werden.
24.12.2025 09:05 —
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Das Bundesfamilienministerium ließ prüfen, ob lebendige Krippen künftig genehmigungspflichtig seien. Ergebnis: uneindeutig.
23.12.2025 12:36 —
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Binnen 48 Stunden schaltete sich die Politik ein.
Ein NRW-Landtagsabgeordneter sprach von einem „Kontrollverlust im vorweihnachtlichen Raum“, die CDU forderte „klare Zuständigkeiten für biblische Rollen“. Die SPD mahnte „Sachlichkeit im Umgang mit Nutztieren“.
23.12.2025 12:36 —
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On this day 1983:
In Wanne-Eickel eskalierte eine lebendige Krippe zum bundesweiten Skandal.
Ein Schaf brach aus, riss Josef um, Maria verließ die Szene, der Engel verschwand zum Rauchen hinter dem Stall. Abbruch nach 14 Minuten.
23.12.2025 12:36 —
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Die Lokalpresse vermerkte, der Abend sei „sehr geordnet verlaufen“, habe aber „nicht ganz die erwartete Wärme entwickelt“.
22.12.2025 07:06 —
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Er führte eine Redeliste ein, ordnete die Sitzplätze nach Haushaltsgröße und ließ Weihnachtslieder nur strophenweise zu, „um Wiederholungen zu vermeiden“. Die Blockflöte durfte einmal anspielen, dann wurde „aus Effizienzgründen“ abgebrochen.
22.12.2025 07:06 —
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On this day 1987:
Beim „Gemeinsamen Adventsabend der Kolpingsfamilie Arnsberg-Niedereimer“ übernahm ein junger CDU-Politiker und Familienvater spontan die Leitung, nachdem der offizielle Organisator zu spät kam.
22.12.2025 07:06 —
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Heute vor 748 Jahren verhängte der Lübecker Rat ein Verbot für Pfefferkuchen auf dem Weihnachtsmarkt, da Händler „eyn falschen Gemuß mit Sande darinnen“ verkauften. Ein Chronist notierte: „Der Bürger Zahn ward betrogen, dieweil der Kuchen kracht wie des Strandes Gesteyn.“
08.12.2024 15:36 —
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Und Marktgemeinde ist übrigens kein neutraler Begriff. Das ist ein Machtwort, administrativ gesprochen.
Sag ich nur, weil mir Transparenz wichtig ist.
Falls das jetzt belehrend klang:
Das ist natürlich nur ein Impuls, kein Erklären, eher ein gemeinsames Weiterdenken.
17.12.2025 19:35 —
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Also nicht falsch verstehen, der Text ist schön, wirklich, und Gefühle sind valide, aber „glasklar“ ist halt auch eine ästhetische Zuschreibung, die historisch extrem aufgeladen ist (Romantik, Blut-und-Boden, you name it).
17.12.2025 19:35 —
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Ich glaube, hier geht es weniger um „Idylle“ und mehr um hegemoniale Raumsemantik im spätkapitalistischen Alpenvorfeld.
17.12.2025 19:35 —
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Ich will wirklich nicht mansplainen, und mir ist total bewusst, dass Mansplaining ein strukturelles Problem ist, an dem Männer natürlich Anteil haben, deshalb sage ich das auch extra dazu, aber:
17.12.2025 19:35 —
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Besonders kritisch sah der Pfarrer den amerikanischen Ursprung der Musik. Er forderte den Rundfunk auf, „auf ruhiges deutsches Liedgut zurückzugehen“, um ein „unmerkliches Umschwenken der Feierweise“ zu verhindern.
17.12.2025 07:41 —
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Stillmann erklärte, es sei beobachtet worden, dass junge Hörer „mit dem Fuße wippen und den Leib im Takte wiegen“, was Weihnachten in ein „hörbares Ereignis statt eines stillen Zustands“ verwandle.
„Wo der Takt herrscht, schweigt die Andacht.“
17.12.2025 07:41 —
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On this day 1957:
Der westfälische Pfarrer Ernst Stillmann warnte in einer Predigt vor amerikanischer Weihnachtsmusik im Radio. Der „rhythmische Vortrag“ führe dazu, dass Jugendliche „unwillkürlich in Bewegung geraten“ und die „innere Ruhe des Festes“ verlieren.
17.12.2025 07:41 —
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Zeitgenössisch heißt es, der Mann habe noch mehrfach genickt, gestikuliert und mit den Augen gerollt, bevor man den Zustand bemerkte. Ein Hofschreiber notierte:
„Multum annuit, nihil dixit.“
(„Er nickte viel, sagte nichts.“)
16.12.2025 14:21 —
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On this day 806:
Am Hof Karls des Großen in Aachen kam es zu einem Vorfall mit einem frühen Printe-ähnlichen Honiggebäck. Ein Hofbeamter biss während einer Beratung hastig hinein, woraufhin Honig und Gewürzmasse seine Lippen so verklebten, dass er weder sprechen, noch den Mund öffnen konnte.
16.12.2025 14:21 —
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Zeitgenössische Quellen behaupten, das Gebäck müsse mindestens so hoch hängen,
„daz eyn hun darunder durch mag gan“.
Ein Eintrag von 1482 vermerkt:
„So das geback liget, so wird es träge, henget man es, so mercket es den hymel vnd verdirbt langsamer.“
15.12.2025 07:17 —
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On this day 1482:
Im Erzgebirge ist erstmals der Weihnachtsbrauch des „Hängenden Gebäcks“ belegt.
Der Brauch verlangt, dass sämtliches Weihnachtsgebäck nicht auf Tischen liegen dürfe, sondern an Fäden, Nägeln oder Werkzeugen zu hängen habe, „auff das Brot nit wisse, wo es sey“.
15.12.2025 07:17 —
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Der Auftritt dauerte knapp drei Minuten. Danach verließ Schröder die Bühne, klatschte kurz und setzte sich wieder in den Zuschauerraum.
In den folgenden Tagen berichteten zahlreiche Medien über den Vorfall. Kommentatoren sprachen von einem „Kanzler-Karaoke“. Die Sendung wurde nicht wiederholt.
14.12.2025 09:27 —
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