You don't get to paper over the fact that they are bigots. They knowingly wanted to strip minorities and women of any historical representation. They killed projects simply because they had ethnic identities and genders attached.
Und selbst bei den Formaten, die inzwischen seit 20-30 Jahren halbwegs stabil sind (z.B. txt) weiß halt niemand, wie es um die in 30, 60 oder 100 Jahren steht. Papier zersetzt sich zwar irgendwann, aber solche Zeitspannen der Archivierung sind z.B. bei gedruckten Büchern viel leichter einzuhalten
Es ist halt auch die Frage, ob es ausgerechnet 2026 noch eine Netflix-Doku ausgerechnet dazu braucht. Vor 10 Jahren wäre das absolut legitim und vermutlich auch ein aufklärerisch nichtmal schlechter move gewesen, aber heute ist der Rotz ja überall, da wäre auch mal ein Perspektivenwechsel angebracht
Auf der einen Seite ist es sicherlich gut und richtig, wie Louis Theroux zu schauen, was die Menosphere und überhaupt Männer im Internet so machen.
Auf der anderen Seite denken wir einfach generell alle viel zu viel darüber nach, was Männer denken, fühlen und machen. Es ist so banal und langweilig.
Früh im Leben am Burnout rumkratzen fürs Patriarchat kann dabei ja eigentlich nichtmal für Männer wirklich attraktiv sein
Für genau diese Ersetzung von Geschichte durch Mythos ist generative KI das perfekte Medium: Vergangenheit wird zur Ressource simultan verfügbarer Datenmuster, die sich ohne Rücksicht auf Kontext, Kausalität und Chronologie zu pseudoplausiblen Nostalgie- und Traumwelten rekombinieren lassen
Außerdem transportiert die Materialität der Bücher selber Informationen zu ihrer Geschichte und Nutzung, die du nicht vollständig digitalisieren kannst. Gibt z.B. Studien, die das mirkobielle Leben in mittelalterlichen Büchern auswerten.
Wir haben gute Ideen zur Langzeitarchivierung digitaler Objekte, aber keine jahrhundertelange Erfahrung, ob das bei allen technischen und sozialen Umwälzungen auch wirklich funktioniert. Und das Auslesen digitaler Medien ist - im Gegensatz zu Büchern oder Mikrofilmen - enorm voraussetzungsreich.
Aber das ist der Punkt: Niemand spricht sich gegen digitale Sammlungen *zusätzlich* aus, sondern nur gegen die *Entwertung* der schlicht strategisch wichtigeren physischen Sammlungen. Und wer wenn nicht die DNB hat die Kapazitäten für eine vernünftige physische Sammlung?
Damit unterschätzt du leider wirklich, wie schwierig die Erhaltung von digitalen Medien ist und wie schlecht es um die Finanzierung von Kulturinstitutionen steht. Alle paar Jahren einen Großteil des Bestandes aktualisieren zu müssen, nur um digitalisiert zu haben, ist einfach nicht sinnvoll.
Ich spiele gerade wieder Coral Island und da ist das besonders schön, weil die Hintergrundstory zum Museum ist, dass die Stadt (!) alle Exponate verkauft hat, aber der leicht chaotische Kurator ist so überzeugt davon, sich davon nicht unterkriegen zu lassen, dass ich ihm sofort helfen möchte.
Ich mag Farming Sims schon dafür, dass sie mir die Machtfantasie anbieten, das örtliche kaputt gesparte Museum samt leidenschaftliche*r, aber ganz sicher ausgebrannte*r Kurator*in nur mit guten vibes und gelegentlichen Zufallsgeschenken zu retten.
Ist aber eben am Ende des Tages einfach Geschmackssache. Ich arbeite mit Texten viel lieber digital und scanne sie mir je nach dem sogar, aber das ändert ja trotzdem nichts dran, dass jedes Buch eine längere Haltbarkeit hat als jeder Datenträger und jedes Dateiformat.
(Und dann sind wir so oder so noch nicht einmal bei Sicherheitsbedenken und Einflussnahmen, die u.a. mit der mies finanzierten, maroden digitalen Infrastruktur von Bibliotheken u.ä., aber auch mit den Angriffen von rechts auf Wissenschaftsfreiheit der letzten Jahre und Jahrzehnte zusammenhängen.)
Sprich: Primär auf digitale Sammlungen zu setzen, bedeutet immer, dass Wissen verloren geht bzw. ignoriert und damit im Grunde aktiv vernichtet wird.
Und: Digitalisierte Objekte und das, was sie digitalisieren, sind nicht dasselbe. Bei Digitalisierung gehen immer Informationen verloren. Das ist je nach Zweck okay, bedeutet aber auch, dass eine digitalisierte Version eines Objekts (egal welches Medium) nicht das Original ersetzen können.
Daran anschließend ist die nötige Infrastruktur für die Digitalisierung und Erhaltung außerdem oft weniger resilent z.B. weil sie chronisch schlecht finanziert ist (dazu habe ich gestern hier etwas geschrieben: bsky.app/profile/heka...)
Plus: Digitalisierte Objekte zu archivieren ist viel schwieriger. Datenträger/Dateiformate haben eine extrem geringe Haltbarkeit. Wenn ich ein Buch ins Magazin einer Bib stelle, dann muss ich mir je nach dem erst in Jahrzehnten Gedanken darüber machen, dass das Ding nicht kaputt & verloren geht.
Gerade für sowas wie Lokal- & Alltagsgeschichte ist das extrem wertvoll und oft der einzige Weg, an z.B. Quellen oder sogar Forschung zu kommen. Und das gilt nicht nur für Publikationen aus vordigitalen Zeiten, sondern auch Neueres, weil nicht alles digital erscheint/erscheinen kann & auch nie wird
Um darauf in good faith zu antworten: Da gibt's so etwa tausend Gründe. Ein paar der wichtigeren sind: Pflichtabgaben & Sammelauftrag sind gerade historisch unglaubliche Errungenschaften. So wird ganz automatisch eine große Bandbreite an Publikationen auf Dauer davor gerettet, verloren zu gehen.
Es bleibt halt ein Trugschluss, zu glauben, dass es bei der Diffamierung der "woken" Disziplinen je um Wissenschaftlichkeit gegangen wäre oder dass es nur dabei bleiben würde. Der Angriff auf die Arbeit der DNB macht das nur mal zur Abwechslung wirklich offensichtlich.
Geschlechtergeschichte und die Geschichte Aussereuropas sind etablierte Fächer, kämpfen aber immer noch mit Skepsis aus der "klassischen" Methode. Aber das Ziel dieser Leute ist es, den Historismus wiederzubeleben, eine Geschichte "grosser Männer", die zeigen will, "wie es eigentlich gewesen".
Natürlich greift man da zuerst die Fächer an, die "schwächer", angreifbar, sind, weil ihre Methoden immer noch auch von konservativen Historikern und Sozialwissenschaftlern als schwach, wenn nicht unwissenschaftlich, angesehen werden. nicht-schriftliche Quellen, oral history, history from below
Das zeigt aber tatsächlich, worum es den Rechten geht: Geschichte muss durch Mythos ersetzt werden. Es waren nie die "woken" Fächer, Gender, "Postkolonialismus". Es ging und geht, wie Mathieu Bock-Coté im Dossier der KAS schrieb, um die "Subversion des roman national".
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Das ist natürlich insgesamt gar nicht witzig, weil der Typ Kultur systematisch abwertet und keine Ahnung hat, aber ein bisschen isses auch wie bei Loriot.
@vhdonline.bsky.social wäre da nicht auch von historischer Seite langsam eine Intervention fällig? Zumal auch die Archive aktuell anscheinend Einstellubgsstopps verfügen?
Man hört übrigens auch auf, sich über Hacks u.ä. digitale Katastrophen an Unis, Bibliotheken, Archiven und anderen Bildungseinrichtungen zu wundern, wenn einem mal klar wird, wie oft die nötige IT und alles, was daran anschließt, einfach viel zu schlecht finanziert ist.
Und dann reden wir übrigens noch nicht einmal von der Infrastruktur, die nötig ist, um digitale Sammlungen auch tatsächlich zugänglich zu machen, weil z.B. Websites nun einmal Wartung und Aktualisierung brauchen und auch das dauerhaft gemacht und finanziert sein muss.
Nicht alles muss digitalisiert werden und nicht alles wäre überhaupt sinnvoll, zu digitalisieren, weil jede Digitalisierung *zusätzliche* und *nicht* weniger Arbeit bedeutet und das gilt sowohl für den Prozess der Digitalisierung als auch für die (davon getrennte!) Erhaltung digitalisierter Objekte.