TA:
Sich mit den Tätern des Naziregimes und des Massenmordes an den europäischen Juden in der eigenen Familie auseinanderzusetzen, ist eine wichtige Forderung. Gleichzeitig scheint es dabei Darstellungstabus zu geben, zum Beispiel zu starkes «Literarisieren».
02.03.2026 06:22 —
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auseinanderzusetzen, ist eine wichtige Forderung. Gleichzeitig scheint es dabei Darstellungstabus zu geben, zum Beispiel zu starkes «Literarisieren».
Sie hatte eine historische Ebene, die weit über die Geschichte meiner Mutter hinausgeht.
02.03.2026 06:21 —
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nicht literarisch, sondern faktisch, ich hatte sie auch nicht hergestellt, sie war einfach da. Sie hatte eine historische Ebene, die weit über die Geschichte meiner Mutter hinausgeht.
TA:
Sich mit den Tätern des Naziregimes und des Massenmordes an den europäischen Juden in der eigenen Familie
02.03.2026 06:21 —
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TA:
Wobei Sie meist Leerstellen umkreisen in Ihren Büchern.
JS:
Ich formuliere oft, dass meine Geschichten von Leerstellen leben, ja. Es kann sein, dass ich deshalb affekthaft auf das leere Blatt Papier reagiert habe. Aber diese Leerstelle im Leben meiner Mutter war
02.03.2026 06:19 —
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Bei der Arbeit an den Frankfurter Vorlesungen habe ich zum ersten Mal verstanden, dass die Familiengeschichte meines Vaters autobiografisch für mich ein ausführliches Buch war, die Familiengeschichte meiner Mutter hingegen ein verdächtig leeres weisses Blatt Papier.
02.03.2026 06:16 —
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etwas Persönliches hergeben müsste – zugleich war dieses Persönliche so unpersönlich wie immer, was aber pausser mir niemand sonst weiss
02.03.2026 05:48 —
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JH:
Ich empfinde es ähnlich, die letzten beiden Bücher könnten zusammen eine Art. Familienaufstellung ergeben. Ich hatte den Eindruck, dass ich, wenn ich mich auf eine Poetikvorlesung einlasse,
02.03.2026 05:47 —
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als ein anderes Wort für «übertreiben».
TA:
Sie entgegnen: «Ich fürchte, das tue ich nicht.» Ich kannte Ihr Schreiben eher als eines, das vom Weglassen und Abstrahieren lebt, und war erstaunt, dass sich Ihre letzten beiden Bücher so konkret zu einer Familiengeschichte ergänzen.
02.03.2026 05:47 —
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TA:
Interessanterweise scheinen sich Ihre Kritiker jetzt fast mit Ihrer Mutter zu verbünden, die Sie – oder eben die Erzählerin – im Buch warnt: «Du literarisierst.» Was will sie damit sagen?
JH:
Ich glaube, sie meint eine Überhöhung. Sie empfindet das Wort vom Literarisieren
02.03.2026 05:45 —
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hat so stattgefunden, diesen meinen Grossvater hat es gegeben. Im zweiten Teil passiert natürlich doch das, was man Literarisieren nennen muss. Wir können versuchen, von einer Erzählerin zu sprechen. Aber es kann sein, dass ich immer wieder in ein «Ich» falle, auch wenn ich über meine Mutter spreche
02.03.2026 05:44 —
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wenn die ersten Reaktionen kommen, ich versuche also gerade erst, das herauszufinden.
TA:
Ist es ein autofiktionaler Text?
JH:
Wie die Frankfurter Poetikvorlesung ist der Text autofiktional, wobei er aus drei unterschiedlichen Teilen besteht. Der erste Teil, die Reise nach Radom,
02.03.2026 05:42 —
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Sie lese keine Kritiken, sagt sie.
TA:
Ihr Buch hat alle Anzeichen des Autobiografischen, aber ich scheue mich, es als Ihre persönliche Geschichte zu betrachten. Wie wollen Sie darüber reden?
JH:
Mir wird meist erst klar, auf was für eine Art von Gespräch ich mich einstellen muss,
02.03.2026 05:40 —
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Was ihr Buch aber nicht leistet: eine detaillierte historische Aufarbeitung seiner Verbrechen. Vielmehr umkreist sie erzählerisch die Gefühlserbschaft der Täterkinder und -enkel.
Als wir uns zum Gespräch treffen, erscheinen gerade erste heftige Verrisse, die das anstössig finden.
02.03.2026 05:39 —
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Ein Jahr später ermordeten sie die Bewohner, richteten Frauen und Kinder hin, deportierten bis zu 24’000 Menschen ins Lager Treblinka, wo sie sofort getötet wurden. Judith Hermann nennt gleich zu Anfang die bekannten Fakten, weil es naheliegt, dass auch ihr Grossvater dort gemordet hat.
02.03.2026 05:36 —
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von Judith Hermanns Mutter.
rarischer Versuch, es zu brechen.
Als Ort dafür wählt sie unter anderem die Stadt Radom in Polen, weil sie den Hinweis hat, dass der Grossvater 1941 dort stationiert war, als die Deutschen die Juden der Stadt in ein Ghetto zwangen.
02.03.2026 05:34 —
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Im daraus entstandenen Buch «Wir hätten uns alles gesagt» erzählt sie auch von ihrer Familie.
Jetzt erscheint «Ich möchte zurückgehen in der Zeit»: kein Roman, eher ein autobiografischer Essay, mit allen Anzeichen der literarischen Verarbeitung. Es geht darin um den Vater
02.03.2026 05:28 —
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Ein Gespräch über die Verbrechen der Vorfahren.
Als Judith Hermann mit «Sommerhaus, später» 1998 schlagartig berühmt wurde, war ihr karger, traumverlorener Stil völlig neu. Vor fünf Jahren sollte sie ihre Literatur bei den Frankfurter Poetikvorlesungen erklären.
02.03.2026 05:23 —
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So weit muss es nicht kommen. Aber wie auch immer dieser Krieg enden wird – Donald Trump steht in der Verantwortung, insbesondere für die Menschen im Iran.
02.03.2026 03:22 —
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Beschaffenheit des Bodens, über den es fliesst.»Das Wasser war längst kein reissender Bergbach mehr; angekommen in der trockenen Ebene, hatte es seine mächtige Kraft verloren.
02.03.2026 03:22 —
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erfolgreichen Feldzug gegen Saddam Hussein die unterdrückten irakischen Schiiten, sich zu erheben. Die erhoffte amerikanische Hilfe blieb aus, der Aufstand endete in einem Massaker. Oder wie der chinesische Stratege Sun Tzu schrieb: «Wasser formt seinen Lauf entsprechend der
02.03.2026 03:22 —
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mit Bodentruppen oder zumindest Spezialkräften einem Umsturzversuch in Teheran zum Durchbruch zu verhelfen?
Auch Bush Senior rief zum Aufstand auf:
Es ist nicht das erste Mal, dass ein US-Präsident explizit zu einem Aufstand aufruft. George Bush Senior ermunterte 1991 nach dem
02.03.2026 03:21 —
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Obwohl sich der Vergleich im Zusammenhang mit einem Krieg eigentlich verbietet: Der ehemalige Casino-Besitzer Trump ist ein Gambler, ausserdem einer, der etliche Male bankrottgegangen ist, unter anderem mit seinen Casinos. Oder ist der US-Präsident tatsächlich bereit,
02.03.2026 03:19 —
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Trotz aller Bedenken setzt Trump also auf einen Regimewechsel. Der Einsatz ist hoch und hochriskant, für ihn selbst politisch, noch viel mehr aber für die Iranerinnen und Iraner. Sie bezahlen mit dem eigenen Leben, falls Trump seine Wette verliert.
02.03.2026 03:19 —
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Der Grossayatollah, Khomeini-Erbe und Führer der islamischen Revolution hat seine Untertanen während Jahrzehnten drangsaliert. Zehntausende liess er foltern und töten, um sich und seine Mullahs an der Macht zu halten.
02.03.2026 03:16 —
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Führer der islamischen Revolution hat seine Untertanen während Jahrzehnten drangsaliert. Zehntausende liess er foltern und töten, um sich und seine Mullahs an der Macht zu halten.
Der Tod Ali Khameneislässt viele Iraner und viele der besonders unterdrückten Iranerinnen aufatmen.
02.03.2026 03:16 —
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unterdrückten Iranerinnen aufatmen. Der Grossayatollah, Khomeini-Erbe und Führer der islamischen Revolution hat seine Untertanen während Jahrzehnten drangsaliert. Zehntausende liess er foltern und töten, um sich und seine Mullahs an der Macht zu halten. Der Grossayatollah, Khomeini-Erbe und
02.03.2026 03:15 —
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Der Grossayatollah, Khomeini-Erbe und Führer der islamischen Revolution hat seine Untertanen während Jahrzehnten drangsaliert. Zehntausende liess er foltern und töten, um sich und seine Mullahs an der Macht zu halten.
Der Tod Ali Khameneislässt viele Iraner und viele der besonders
02.03.2026 03:14 —
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Am Anfang sieht es immer gut aus. Auch dieser Krieg brachte bereits am ersten Tag einen Erfolg, den US-Präsident Donald Trump und sein Alliierter, der israelische Premier, vermelden konnten. Der Tod Ali Khameneislässt viele Iraner und viele der besonders unterdrückten Iranerinnen aufatmen.
02.03.2026 03:12 —
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Leitartikel zum Krieg im Iran
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Trump spielt mit dem Leben Tausender Iraner
Der Aufruf an die Menschen im Iran, das Mullah-Regime zu stürzen, ist hochriskant und kann in einem weiteren Massaker auf Teherans Strassen enden. Der US-Präsident steht in der Verantwortung.
02.03.2026 03:09 —
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