In einem Garten, unter dunklen Bäumen,
erwarten wir
die Frühlingsnacht.
Noch
glänzt kein Stern.
Die Büsche schweigen.
Plötzlich,
aus einem Fenster,
leise,
getragen, schwellend,
die tiefen, klaren, reinen, lichten,
glutend golddurchwirkten
Töne
einer Geige.
...
Arno Holz
05.03.2026 23:08 —
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kroch das Geständnis aus seiner rechten Socke
am Hosenbein empor
bis zu den zusammengekniffenen Pobacken.
Dort vermischte es sich
mit Herrn Ks üblicher Flatulenz.
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05.03.2026 22:54 —
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Herr K wollte ein Geständnis ablegen.
Doch zunächst legte er seine Kleider ab. Wie er nun so dastand,
entblößt vom Kopf bis zu den Zehen, überkam ihn erst die Scham,
dann das nackte Entsetzen.
Als er sich langsam wieder anzog,
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05.03.2026 22:54 —
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gelbliche Blüten an einem Zweig
tote Maus auf Laubblättern
Dichotomie
05.03.2026 21:08 —
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Deine Monde
streiften meinen Atem
tiefe Schattenränder
spiegeln sich
auf meiner Seele
fremden Weg zu gehn
bis an den Anfang
warf Sturmwind Zeitenblätter
mir zu Füßen die Erinnerung
Trostschattenspender
deine leise Hoffnung
diesem fremden Mond zu folgen
der immer Anfang ist
04.03.2026 00:09 —
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Im Sklavendienst der Lüge
Hab' ich den Tag verbracht …
Nun hat den Gnadenschleier leis
Herabgesenkt die Nacht.
Hermann Conradi
03.03.2026 00:01 —
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erwirkte Träume vs erwürgte Träume
02.03.2026 23:41 —
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morgen
haste ein Teufel im Geschäft, is not Liebe
ufern is deutsch, im Kern aus
auf, koch was klein! (dem, was zwischen Gefahr und Hoffnung steckt)
Märzböden irren vor Kälte (unterkühltes Brot, bis die Hütte tanzt), sich kernen mit Salz
02.03.2026 13:58 —
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verdichtete Träume vs vernichtete Träume
02.03.2026 07:45 —
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Rechteckiges Fenster mit Milchglasscheibe vor dem eine Zugkette hängt.
'Ketten' #FotoVorschlag
01.03.2026 17:04 —
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Das Unsagbare rief
dich beim Namen
fasste fremde Mitte das Licht
verstohlene Schritte in Flimmerkreisen
bald grünt das Wort
bald erblüht das Gedicht.
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28.02.2026 23:53 —
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grünende Märzwiese, auf einem Weg eine Person mit Hund, im Hintergrund Bäume, oben blauer Himmel mit weißen Wolken
Über das Dichten im Frühling
Dem Land behutsam
grüne Sohlen anlegen
Atem holen im tiefen Anfang
tastend Wildnis umarmen
hinabtauchen ins dunkle Herz
als entglitte Erwachen
geschlossenen Auges
als verhauchte ein Sehnen
bis an den Grund.
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28.02.2026 23:53 —
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Du bist der schönste
Gedanke des Frühlings.
Du bist der süßeste Hauch,
Der am Abend mich anweht.
Du bist die wilde Verzweiflung
Aller, die dich lieben.
Ach, du hast in finstere Nacht
Auch mich gehüllt.
Wer bist du?
Du bist der süßeste Hauch,
Der am Abend mich anweht.
Hans Bethge
28.02.2026 21:28 —
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🫂
28.02.2026 12:59 —
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Březen
V sobotu odpoledne oschnou polní cesty.
Od lesa přijde do dědiny jaro.
Pod paží ponese si skřípky,
prastarý nástroj z trojitého dřeva.
Jan Skáčel
28.02.2026 12:08 —
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März
An einem Samstagnachmittag trocknen die Feldwege.
Der Frühling kehrt aus dem Wald ins Dorf zurück.
Unter dem Arm trägt er eine Geige,
ein uraltes Instrument aus dreilagigem Holz.
Jan Skácel
28.02.2026 12:08 —
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Bittgedanke, dir zu Füßen
Stirb früher als ich, um ein weniges
früher
Damit nicht du
den weg zum haus
allein zurückgehn musst
Rainer Kunze
28.02.2026 11:55 —
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Schwarzer Brief, auf dessen Adressaufkleber folgende Verse in blauer Schrift stehen:
wenn kurz für alles gut ist
wenn das Wort sich verliert
wenn der Satz aus der Reihe tanzt
wenn Papier wortlos friert
wenn der Sinn sich verschanzt
fallen Briefe aus schwarzer Nacht
Ich habe früher viele Briefe geschrieben:
Ich möchte dich sehen,
bald,
komm morgen,
kämst du heute schon.
Habe ich es verlernt?
Oder ist,
was mich stumm macht,
gestiegen
und löscht die Adressen,
die ich bewohnen wollte.
Peter Härtling
28.02.2026 11:23 —
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immer
28.02.2026 08:52 —
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Das habe ich von ihr gelernt ☝️
27.02.2026 19:17 —
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Die schläft da immer noch selig.
27.02.2026 18:34 —
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des einen Lohn
des andern Fron
27.02.2026 17:24 —
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Nicht alles ist Sonne, was scheint.
27.02.2026 17:20 —
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Märchen von Nachbars Katze
Wer hat aus meinem Schälchen gegessen?
Und wer hat meinen Teppich zerkratzt?
Aber wer liegt da in meinem Bett und schläft?
27.02.2026 17:08 —
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zurück auf ihrem Rasenstück
und träumt fortan vom Vasenglück —
vorbei kam eine Rentnerin,
trug sie zum Gartencenter hin.
Dort flocht man sie mit Eleganz
in einen Rosenfriedhofskranz —
sie liegt verwelkt und ohne Stil
auf jenem Grab, in das der Buxenträger fiel.
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27.02.2026 07:47 —
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Ein unreiner Reim
Im reinen Reim traf eine Rose
auf eine Herrenunterhose.
Die Hose war etwas verschmutzt,
die Rose schaut etwas verdutzt,
und denkt sich, lass es lieber sein,
es wird sonst ein unreiner Reim.
Die Ros in äquivoker Weise
beließ die Unterbux als Waise
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27.02.2026 07:47 —
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Gedichteschreiben ist ein Tanz an den Rändern der Sprache.
Für Tänzer
Glattes Eis
Ein Paradeis
Für den, der gut zu tanzen weiß.
Nietzsche
24.02.2026 15:22 —
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Über das Dichten
Die Welt erschaffen im Kleinen
Mit Worten aus dem Nichts,
In Versen und Strophen reimen,
Die Welt erschaffen im Kleinen
Im Kosmos eines Gedichts.
Die Welt verlassen im Ganzen
Mit Worten aus dem Nichts,
In Reimen und Assonanzen
Die Welt verlassen im Ganzen
Am Ende eines Gedichts.
24.02.2026 15:22 —
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Nachbars Katze war plötzlich verschwunden,
doch nach fünf Tagen aufgefunden:
Sie klopfte gleich an,
ob sie Schleckis haben kann,
dann war sie auch wieder verschwunden.
24.02.2026 15:05 —
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YouTube video by Bruno D'Ercole
Jan Švankmajer - Breakfast (Food 1992).
Erst einmal frühstücken.
24.02.2026 08:43 —
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